Hier ein kleiner geschichtlicher Abriss des Heimatvereins:

Der Heimatverein Schwarzenau ging aus dem Verkehrsverein Schwarzenau hervor. Ziel war damals, die Besucher- und Übernachtungszahlen im Ort zu erhöhen, indem Wanderwege gekennzeichnet, Ruhebänke aufgestellt und Freizeitangebote angeboten wurden sowie eine Zimmervermittlung organisiert war. Vorsitzender dieses Vorgängervereins war Paul Fischer. Der Zweck war ausschließlich die Förderung des Fremdenverkehrs.

Auslöser für eine Neugründung des Vereins mit einer erweiterten Aufgabenstellung war letztendlich die Teilnahme an dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Der damalige Kreisheimatpfleger Wolfgang Kreutter lud zu einem Vortrag über die Besonderheiten des Dorfes Schwarzenau am 09. April 1981 in die Mehrzweckhalle ein. Ca. 50 Personen waren anwesend. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft in einem neuen Verein hatte, konnte sich in eine Liste eintragen.

Am 16. April 1981 wurde der Heimat- und Verkehrsverein Schwarzenau in Anwesenheit von 30 Interessenten im Gasthof Renno gegründet. Erster Vorsitzender wurde Gottfried Kassel, Zweite Vorsitzende Gabriele Ruff. Ehrenvorsitzender wurde der bisherige Vorsitzende des Vorgängervereins Paul Fischer. Es wurden mehrere Ausschüsse (Verkehrsausschuss, Umwelt- und Naturausschuss, Geschichte und Brauchtum, Alexander-Mack-Ausschuss) gebildet.
Die ersten Aktivitäten des neuen Vereins standen ganz im Zeichen des anstehenden Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“: Bäume pflanzen, Ruhebänke aufstellen, Ortsbegehungen zu den „Alexander-Mack-Stätten“ vorbereiten pp.

Am 25. Juni 1981 stellte sich die Ortschaft Schwarzenau der Prüfungskommission des Dorfwettbewerbes und erzielte einen 3. Platz der Erstteilnehmer. Eine weitere Teilnahme am Dorfwettbewerb erfolgte im Jahr 1996.

Am 09. April 1982 wurde die erste jährliche „Aktion Sauberes Schwarzenau“ durchgeführt, um die Ortschaft von Unrat und Zivilisationsmüll zu befreien. Die Aktion wird bis zum heutigen Tag durchgeführt.

Am 01. Mai 1983 fand der erste Grenzgang in unserer Ortschaft statt, an dem jährlich einmal die Ortschaftsgrenze von Schwarzenau abgewandert wird.

Kreisheimatpfleger Wolfgang Kreutter startete seiner Zeit auch eine Initiative zur Reaktivierung alter und verfallener Backhäuser. Deshalb entschloss sich unser Verein, das Backhaus im Tiefenbach in Abstimmung mit der Familie Freitag zu restaurieren. Nachdem Denkmalpflegemittel und die Baugenehmigung für die Instandsetzung vorlagen, wurde im Juni 1982 mit der Restaurierung begonnen. Ein Jahr später war die Fertigstellung und das Backhaus wurde deshalb am 02. Juli 1983 im Beisein von ca. 60 Gästen offiziell eingeweiht. Mit der Familie Freitag wurde ein langjähriger Mietvertrag zur Nutzung dieses Gebäudes abgeschlossen. Seitdem backen mehrere Gruppen (Frauen und Männer) dort mehr oder weniger regelmäßig, um die Tradition des früheren Backgeschehens aufrecht zu erhalten. In bestimmten Abständen finden im idyllisch gelegenen Tiefenbach Backhausfeste statt, die von der Bevölkerung sehr gerne angenommen und zahlreich besucht werden.

Im Mai 1990 wurden neben den vorhandenen Ruhebänken der Stadt weitere 10 Bänke von unserem Verein aufgestellt und auch unterhalten.

Am 23. Februar 1992 wurde Bernd Julius in der Jahreshauptversammlung zum Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsverein gewählt und übernahm damit das Amt vom Vorgänger Gottfried Kassel, der von Schwarzenau wegzog.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit bilden die Kontakte zu einer der ältesten Kirchen mit freikirchlicher Tradition, der Kirchen der Brüder - engl. „Church of the Brethren“ in den USA und anderen Länder wie z.B. Nigeria, Indien. Sie wurde als pietistische Bewegung durch einen Taufakt in der Eder durch Alexander Mack im Jahre 1708 begründet. Nachdem diese Kirche 1987 eine Spende von 25.000 $ für ein zu errichtendes Museum bereitstellte, wurde am 02. August 1992 das Alexander-Mack-Museum im Ortsteil „Oberes Hüttental“ eingeweiht. Das Museum wurde als Ort der Vermittlung bedeutender lokaler Geschichte und als Zentrum internationaler Begegnung konzipiert. Neben der religionsgeschichtlichen Vergangenheit wird die Geschichte Schwarzenaus und die bäuerliche Vorratshaltung dort dokumentiert.
Erster Museumswart war Winfried Jacobi. Mit der Errichtung des Museums besuchen wiederholt auch Gruppen von Mitgliedern der Church of the Brethren unseren Ort und natürlich auch das Museum. Im Jahr 2000 waren es allein 500 Personen.

Im November 1998 fand im Alexander-Mack-Museum die Bilderausstellung „Erich Nagel“ statt. Dort wurden Schwarz-Weiss-Aufnahmen präsentiert, die der damalige Berufsschullehrer und Hobbyfotograf in den 1950-er Jahren von Schwarzenau erstellte.

In der Jahreshauptversammlung am 26.  Februar 2000 wurde gemäß Satzungsänderungsbeschluss der Name des bis dahin firmierenden „Heimat- und Verkehrsverein Schwarzenau e.V.“ in „Heimatverein Schwarzenau e.V.“ geändert. Gleichzeitig wurde der Vorstand um die Stelle eines Museumswartes/wärterin erweitert.

Der Homberg (590,3m) ist der Hausberg der Schwarzenauer und wurde deshalb von Jung und Alt schon oft erwandert und dort auch zunächst in Privatinitiative ein Gipfelbuch ausgelegt. Unser Verein nahm sich dieser Thematik an und weihte im Mai 2000 dort ein Gipfelkreuz mit Sitzgelegenheit ein. Das Gipfelbuch ist seitdem in einem geschützten Behältnis untergebracht. Im November 2011 fand dort das erste „Gipfeltreffen“ statt, wobei ca. 50 Gäste den Homberg erklommen und verköstigt  wurden. Dabei sorgten Jagdhornbläser für die entsprechende Stimmung in der freien Natur.

Unser Verein war auch sehr reisefreudig und besuchte mit seinen Mitgliedern in den Jahren 1991 und 2000 die USA, wo die Gruppe u.a. Gäste bei Mitgliedern der Church of the Brethren war. Weitere größere Reisen gingen nach Jordanien (1995), Ägypten (1997), in das Erzgebirge (1998 - Eisenbahnfahrt) und auf die Insel Rügen (2002).

Im Juli 2005 stellte unser Verein weitere 2 Ruhebänke am Ederauenradweg (Nähe Wehr) auf. Dieser Rastplatz erfreut sich seitdem bei den Benutzern des Radweges großer Beliebtheit.

Das Jahr 2006 war geprägt von verschiedenen Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen unseres Vereins. Hierzu fanden statt:
Abend der Erinnerung am 08. April,
Grenzgang am 01. Mai mit THW (Bau eines Steges über die Eder an der Neuwiese),
Gemeinsames Frühschoppenkonzert mit dem TUS am 04. Juni,
Backhausfest am 15. Juni und
Festkommers am 23. September mit geladenen Ehrengästen, u.a. S.D. Fürst Bernhart zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein und stellv. Landrat Jürgen Althaus.

Einer besonderen Herausforderung hatte sich unser Verein im Jahr 2008 zu stellen, als es galt, die 300-Jahrfeier der Kirchen der Brüder (Church of the Brethren) sowie die 4. Brethren-Weltversammlung in Schwarzenau am 02. und 03. August mit zu organisieren. Bei diesen Veranstaltungen waren an beiden Tagen jeweils 1.000 Besucher anwesend. Unser Verein etablierte schon Monate vorher ein Organisationsteam (Bodo Hüster, Bernd Julius, Otto Marburger, Peter Kanstein und Karin Zacharias), das mit den Vertretern der Church of the Brethren in den USA (Johannes Haese, Dale Ulrich) eng zusammenarbeitete. Das gesamte fürstliche Areal um das Herrenhaus stand für die Veranstaltung zur Verfügung und mit vielen weiteren Helferinnen und Helfer aus der Ortschaft war es gelungen, u.a. auch die Reithalle für 2 Tage in eine Versammlungsstätte umzuwandeln und danach wieder zurückzubauen. Die Feierlichkeiten endeten am 03. August mit einer Andacht am  Ederfluss und hinterließen bei allen Beteiligten einen nachhaltigen und gelungenen Eindruck. Zur Veranstaltung wurde eigens das Buch „Schwarzenau 1708 - 2008“ von Otto Marburger herausgegeben, dessen Erlös an das Alexander-Mack-Museum ging.

Für das Jahr 2009 war sogleich wieder eine Arbeitsgruppe zu bilden Stefanie August, Hans-Jürgen Debus, Bernd Julius, Peter Kanstein), da in diesem Jahr die 950-Jahrfeierlichkeiten der 5 Dörfer des Kirchspiels Elsoff anstanden. Wir waren verantwortlich für die Präsentation der Fotoausstellung „Bilder erzählen Geschichte“ und hatten dazu aus den Jubiläumsdörfern Bilder zusammengetragen, die vom 21. bis 29. März in der Mehrzweckhalle Schwarzenau ausgestellt wurden.
Eine weitere Veranstaltung im Rahmen dieser Feierlichkeiten war am 01. Mai die Sternwanderung zur Schützenhalle in Schwarzenau unter dem Motto „5 Dörfer - ein Ziel, welche gemeinsam von unserem Verein und dem Schützenverein organisiert und ausgerichtet wurde.

Der Westfalentag am 18. und 19. September 2010 in Siegen bündelte auch wieder Kräfte unseres Vereins. Zusammen mit der Deutsch-Amerikanischen-Gesellschaft Siegerland - Wittgenstein und Heinrich Imhof aus Weidenhausen wurde in der Oberstadt ein Informationsstand mit der Thematik „Siegerländer und Wittgensteiner in der Neuen Welt“ aufgebaut, der sich mit den Auswanderungen im 18. Jahrhundert nach Amerika beschäftigte.

Seit dem Jahr 2013 kümmert sich unser Verein um alle Ruhebänke in der Ortschaft Schwarzenau (30 städtische Bänke und 13 vom Heimatverein), nachdem die Stadt Bad Berleburg zugesagt hat, für Materialkosten aufzukommen. Patrick Lauber als Vorstandsmitglied unseres Vereins fungiert dabei als „Bankdirektor“ und koordiniert das „Bankenwesen“, wobei auch schon zum größten Teil von den Einwohnern unseres Ortes Patenschaften für die Bänke übernommen wurden. Der jeweilige Pate soll den ordnungsgemäßen Zustand der Bank überprüfen, etwaige Schäden - sofern sie nicht selbst behoben werden können - beim Heimatverein melden und das Umfeld der Bank pflegen. Wenn die Möglichkeit besteht, nimmt der Pate seinen „Schützling“ in den Wintermonaten in Obhut und stellt ihn im Frühjahr wieder auf.

Einen neuen Weg bestreitet unser Verein seit dem Jahr 2013 in einem besonderen Angebot, um die Geschichte Schwarzenaus der Bevölkerung besser zugänglich zu machen. Heimatvereinsmitglied Gabriele Rahrbach- Reinhold nimmt als „Johanna Renno“, die 1711 in Schwarzenau als Magd im gräflichen Haushalt lebte, interessierte Wanderer auf eine Zeitreise durch 300 Jahre Schwarzenauer Geschichte, die sehr oft auch die Weltgeschichte streift. An sechs Etappen im Ort wird Halt gemacht, um gemeinsam mit den Teilnehmern in die Vergangenheit einzutauchen. Die Wanderung, die auch in das Obere Hüttental zum Alexander-Mack-Museum führt, soll vor allen Dingen Geschichte nachvollziehbar und erlebbar machen. Hierzu wurden einige interaktive Elemente in die moderierte Wanderung eingearbeitet. Die Geselligkeit kommt dabei auch nicht zu kurz, denn in einer Pause wird Kaffee und Kuchen gereicht. Die jeweiligen Wandertermine werden über die Medien bekannt gemacht.